Im Sommer 2022 fuhr ich das erste Mal los. Von der Idee bis zur Umsetzung der Tour dauerte es gerade mal vier Wochen. Ein einfacher Post bei Facebook brachte so viele Anfragen von Interessenten*innen, dass ich mit meinem Wohnmobil spontan für sechs Wochen quer durch Deutschland, Frankreich und die Schweiz fuhr. Diese Tour war legendär - überall empfingen mich Menschen mit den unterschiedlichsten Themen zu ihrem Hund.
Die Idee zur Tour wurde durch den schmerzlichen Verlust meines Hundes JoMo, von dem ich mich kurz vor der Reise verabschieden musste, geboren. Die tief empfundene Dankbarkeit, ihn als Lehrmeister gehabt zu haben und die Motivation nach zwei Jahren Corona endlich wieder Menschen treffen zu können, brachte mich auf die Idee einer Sommertour.
Was mir auf dieser Tour besonders auffiel war, dass die gemeinsame Schnittmenge der Probleme mit Hunden offenbar im sozialen Miteinander zwischen Mensch und Hund zu suchen ist. Die Missverständnisse sind häufig das Ergebnis von Übertragung vermenschlichender Interpretation von Verhalten auf den Hund. Was Menschen meinen und empfinden, was sie gut gemeint für ihren Hund tun, scheint beim Hund oft anders anzukommen. Verantwortlich sind dafür falsche Grundannahmen, die sich hartnäckig in den Köpfen der Menschen halten und oft genug gebetsmühlenartig immer und immer wieder formuliert werden.
Der Umgang mit dem Hund, die Ausbildungs- und Erziehungsmethoden berücksichtigen nicht oder zu wenig die aktuellen Kenntnisse v.a. über die Kognition und Psyche des Hundes. Man streitet sich über Vorgehensweisen von Belohnung und Bestrafung, dabei stellt sich diese Frage eigentlich gar nicht, sondern es müsste vielmehr berücksichtigt werden, dass Konditionierung nur eine Hälfte des Lernverhaltens ist. Die Psychologie aber die Andere.
Dies ist mir durch die Einzelberatungen in Präsenz, durch die Gespräche mit Fachkollegen*innen und die Workshops, die ich auf meiner Sommertour 2022 gegeben habe, besonders klar geworden.